Bericht: Und plötzlich ging alles viel schneller ..

GEBURT – FRÜHCHEN/INTENSIVSTATION – NEUGEBORENENSTATION

Aufgrund der äußerst seltenen Zwillinge monochorial-monoamniote und des hohen Risikos müssen die Kinder zwischen SSW 31 bis SSW 33 zur Welt kommen. Mir ging es Super ich hatte kaum beschwerden und musste trotzdem nach dem Kontollbesuch bei der Feindiagnose in SSW 32 sofort in die Klinik. Dort verbrachte ich dann die letzte Woche auf Station mit Beobachtung am CTG und wartete die Zeit ab bis es endlich soweit war. Die Ärzte wollten veruschen bis zur 34+0 zu warten ..den jede Woche zählt! In der Klinik habe ich viel gehäckelt um mir die Zeit zu vertreiben und mich auf meine Mäuse zu freuen.

Die Geburt SSW 34+0  Geplanter Kaiserschnitt   02.06.2014

Zitternd vor Aufregung liege ich da. Auf dieser kühlen Liege und warte darauf bis es los geht.

Die Beine warm und betäubt. Ich schaue in A. Gesicht. Er streichelt mir über das Gesicht. Der Anestesist zur rechten sagt:“9 Uhr 2 -Schnitt“ -So Frau D., dass war der Schnitt, jetzt hätten sie schreien müssen – also wirkt die Narkose. Und tatsächlich, ich war überrascht und sagte nur zu A.- „es tut gar nicht weh!“ Nach etwas geruckel an meinem Bauch und den Sauggeräuschen die man vom Zahnarzt kennt, hörte ich einen Schrei!(9:06Uhr Pumbaa ist geboren).

A. atmet tief ein , grinst mich an und sofort laufen ihm die Tränen. Der Anästhesist sagt mit seiner sehr tiefen aber beruhigenden Stimme:“ Schauen sie nach oben.“ Wir erheben unseren Blick und über die mintgrüne Abdeckung schreit uns ein winziges etwas grimmig schauendes Kind mit großen Augen an. Und so schnell wie sie auftauchte , so schnell verschwand sie dann auch und wurde von den Kinderärzten erst-versorgt und untersucht. Eine Minute später – es kam mir jedoch viel länger vor, erblickte auch Timon das Licht der Welt. Ganz still und Regungslos hing sie in den Händen der Ärztin. Nun schießen auch mir die Tränen in die Augen und das Adrenalin ins Blut. Ich schaue A. an und sag nur noch..“die sind so schön, A. die sind so schön!“ Er lächelt und küsst meine Stirn.

TAG 1-2 03.-04..06.2014

Intensivstation Kinderklinik

Pumbaa die größere (1955g) liegt im Froschzimmer in einem Brutkasten. Sie ist schön sauber und hat viele dunkel braune Haare auf dem Kopf. In einem aus einem Handtuch und Tüchern geformten Nestchen schläft sie. Ihre Hände und Füße wirken im Vergleich zum Körper sehr groß.

woche 1 (5)

An den Anblick muss man sich ein wenig gewöhnen. Die vielen Kabel und Schläuche sind angstauslösend , vor allem wenn man nicht weiß was das alles ist. Timon und Pumbaa haben eine Atemhilfe, liegen auf einer Rüttelplatte( auch um die Atmung zu unterstützen), haben eine Magensonde und Herztönen und Sauerstoffsättigungs- Überwachung. Timon tut sich mit der Situation leichter, sie wehrt sich nicht so doll gegegn die Schläuche und akzeptiert sie mehr. Durch die leichtere Anpassung ,übt sie das Atmen besser und hat schneller einen Erfolg.

Pumba passt das alles nicht, sie zieht gezielt die Schläuche aus der Nase so dass ihre Betreuer oft alles neu legen müssen, was Pumbaa genauso ärgert.

TAG 3 05.06.2014

Endlich, heute durfte ich Duschen. Ich fühle mich frisch und mit mehr Energie. Trotz Schmerzen will ich unbedingt zu den Mädels. Der Rollstuhl ist mein größter Begleiter. In der Schläuse beim Hände waschen und desinfizieren, schaue ich in den Spiegel und sage zu A., „ Heute habe ich mich für die beiden schick gemacht, vielleicht öffnen sie ja ihre Augen um mich mal anzuschauen.“Und tatsächlich, haben es beide gemacht. Mühevoll und nur sehr kurz… Heute durfte Timon auch ins Froschzimmer umziehen und die Schwestern haben sich wieder:-) Auch für uns Eltern war das super ..nicht immer dieses hin und her laufen ..alle vier zusammen ❤

Kaum umgezogen zeigt Timon ihrer Schwestern dass sie auch anders kann. Sie schnappt sich die Atemhilfe und zieht diese mit voller kraft aus der Nase-das Geschrei beginnt! Das war er Timons erster Schrei! (Zumindest der erste den Wir gehört haben)

A. und ich sitzen neben den Kästen , jeder hält seine Hand im Kasten auf den Rücken oder Bauch eines Kindes während es schläft. Ich habe zwei kleine Tücher bekommen um diese an meinem Körper zu tragen, damit diese den Mama-Geruch haben. Diese Tücher haben die Mäuse während ihrer Zeit im Brutkasten begleitet.

woche2 (13)

TAG 4-5 06.-07.06.2014

Heute war ein toller Tag, Timon war so stabil, dass sie zum ersten Mal kuscheln kommen durfte.(Kängurun) Zuerst lag sie auf mir – Haut auf Haut, danach auf Papas Brust. Sie war sehr ruhig und entspannt. Wahrscheinlich hat sie es genauso genossen wie wir. Ich war erstaunt wie gut sie ihren Kopf schon hebt. Ständig war sie auch auf der Suche nach etwas zum festhalten, bis sie meinen BH-Träger in die Finger bekam und sich daran festklammerte. woche2 (3)

Auch Pumbaa macht fortschritte. Heute wurde ihr Inkubator entfernt und siehe da auch sie kann selbstständig Atmen. Durch den Schlauch ist sie nun sehr verschleimt, etwas heiser und das Atmen fällt ihr zwar noch schwer, aber wenn sie fleißig übt, kann auch sie schon bald zum kuscheln kommen 🙂

Nahrungsaufnahme Timon 13ml 7x in 24h Pumbaa 13ml 6x in 24h 

Heute Abend durfte Pumbaa schon ohne Atemhilfe kuscheln kommen, leider fiel ihr das Atmen so schwer, dass die Betreuerin beschlossen hatte ihr auf meiner Brust die Atemhilfe wieder dran zu machen. Ein langer schlauch der durch die Nase geführt wird. Pumbaa fand das gar nicht toll und schrie ohne aufzuhören. “Mein Herz weinte“ Auch den Schnuller wollte sie nicht. – Zur Beruhigung bekam sie von den Betreuern daher eine “Belohnung“, eine Art Wattestäbchen XXL mit süßem Wasser. Sofort war sie still und nuckelte an dem Stäbchen während sie eine Stunde auf meiner Brust lag. 

TAG 6 08.06.2014

Timon liegt heute unter Blaulicht, da ihre Gelbsucht-werte gestiegen sind. Die Augen sindn verbunden, es fällt mir schwer sie so zu sehen 😦  Pumba übt wieder das Atmen und es klappt immer besser. Sie darf heute mit Papa kuscheln und drückt sich dabei mit den Händen und Füßen nach oben. So klettert sie immer höher bis zu seinem Gesicht.  Wo nimmt sie bloß die Kraft her?“

TAG 7 09.06.2014

Pumbaa wurde heute zum ersten Mal an die Brust angelegt. Sie ist interessiert und strengt sich an. Es ist sehr anstrengend für sie, daher wird sie schnell müde und schläft ein. Woche 1: „Wenn es so weiter geht dürfen wir bald auf die Neugeborenen -station umziehen“

Woche 2 10.06-16.06.14

Timon hats geschafft, raus aus dem Kasten- ab in ein Wärmebett. Nun nicht mehr nackig nur mit Windel sondern komplett angezogen mit Body, Strampler, Mütze, Söckchen liegt sie in einem gläsernen Bett mit zwei dicken Decken , welches von unten auf Körpertemperatur beheizt wird (36-37°C).

Kurz darauf durfte Pumbaa auch zu ihr umziehen und somit waren die beiden wieder zusammen.

Auch Timon trinkt schon etwas aus der Brust, sie hat eigentlich einen guten Zug, ist jedoch ziemlich faul. Wenn sie keine Lust mehr hat weil es ihr zu anstrengend ist, öffnet sie einfach den Mund wie ein kleiner Vogel und wartet bis etwas rein läuft. Am 11.06. durfte auch Pumbaa endlich aus dem Kasten. Ihre letzte Infusion die über den Kopf gelegt wurde (Sieht schlimmer aus als es ist) läuft. Timon war als erstes wach. Wir haben sie gewickelt und anschließend habe ich sie gestillt. Weil sie ihre Menge nicht schafft kommt sie immer den Rest über die Sonde. Während ich Timon gestillt habe (mehr oder weniger) wurde auch Pumbaa wach und zeigte mit einem lauten Geschrei, dass sie Hunger hat. Als ich Pumbaa angelegt habe hat sie losgelegt kräftig zu trinken.

Nahrung – beide je 45ml 6x in 24h

Woche 3+4 17.06.-30.06.14

Gewicht: Pumbaa – 2140g Timon– 1940g

Woche 5 (32)

Papa und Mama haben euch gebadet. Das warme Wasser findet ihr beide ganz toll, ihr seit ganz ruhig und entspannt und plantscht mit den Beinen. Auch das Eincremen findet ihr toll nur das anziehen nervt.

Mit dem stillen klappt es immer besser 30-35g schafft ihr beide schon, mit der Flasche schafft ihr sogar eure gesamte Menge die stetig gewachsen ist und nun bei 60ml liegt. Mama ist so stolz auf euch und auch total Glücklich darüber dass ich so viel Milch habe um euch beide zu stillen. Da lohnt sich das mühevolle Abpumpen doch (Ps. Das Geräusch erinnerte uns immer an :How i met your mother „KAK-PUH“)

Pumbaa hat immer wieder nach dem Essen/sondieren/stillen Sauerstoffabfälle (unter 90) und löst ständig den Alarm aus. Um sie ein wenig zu unterstützen bekam sie eine „O2-Brille“ Diese strömt etwas Sauerstoff durch ihre Nase um den Sauerstoffgehalt im Körper zu halten. Immer wieder wurde reduziert oder ganz abgestellt. Leider aber auch immer wieder angestellt und erhöht. Der Arzt meint beim Röntgen der Lunge war alles ok und es ist wohl noch die Unreife die sie einfach aufholen muss …

und dafür braucht sie Zeit. Dafür wurde bei ihr schon die Magensonde gezogen und Pumbaa wird nur noch über Brust und Flasche ernährt! SUPER:-)

Timon entwickelt sich super, Ihre Werte sind immer stabil und auch das Stillen klappt immer besser. Sie muss eigentlich nur noch zunehmen um das min. Gewicht von 2300g zu haben. Wir haben nun alles für euch Mäuse vorbereitet. Das Bett steht, die Wickelkommode ist aufgebaut, die Kleider sortiert und gewaschen…wir warten auf euch 🙂 Auch Timon wurde nun die Sonde gezogen, beide dürfen nun Essen wie viel sie wollen und wann sie sich melden. Damit wollen die Ärzte überprüfen ob sie ihre Tagesmenge alleine zusammen kriegen. Seit dem die Sonden weg sind, trinken beide super an der Brust ich kann sie voll Stillen. 60-70ml. Am 29.06.14 ist bei Timon die Sauerstoffsättigung nach unten gegangen. Weil es immer wieder vorkam haben die Schwestern entschieden ihr nun auch eine O2 Brille aufzusetzen. „Geteiltes Leid ist halbes Leid :-)“

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