Mamageschichte – Der schmale Grad für die richtige Entscheidung

Nachdem ich meinen Beitrag : „Kann man das Leben planen? “ veröffentlicht habe, hat sich Lisa bei mir gemeldet um euch auch ihre Geschichte zu erzählen.

“Ich kann gerne meine Geschichte erzählen; bloß leider ist sie nicht all zu witzig. ^^ Aber es wäre denk ich mal auch aufbauend für andere in meiner Situation..“ Lisa

Lisa führte das Leben einer typisch 20 Jährigen. Sie ging regelmäßig aus, feiert ausgelassen, genoss die Freiheiten und kämpfte mit den Problemen des Lebens.

In einer schweren Zeit, als sie dachte es könnte schlimmer nicht mehr kommen, schlug das Schicksal zu und veränderte ihr Leben schlagartig.

“…Die Umstände waren schwer.. Aber irgendwie haben wir alles gemeistert…Ich war überglücklich mit ihm und hätte alles für ihn getan… “

Seit einiger Zeit lebte Lisa mit ihrem Partner in einer gemeinsamen Wohnung. Leider hatte in dieser Zeit sein bester Freund sehr viel Einfluss in die Beziehung so dass es oft zu Missverständnissen und Streitigkeiten kam.

Als sie gerade in den Abschlussprüfungen steckte eskalierte es. Seit fünf Tagen hatten sie Zoff und er trennte sich. Sie durfte den Raum ohne seine Erlaubnis nicht betreten und wenn sie sich traute ihm ihre Meinung zu sagen , drohte er ihr bis es zur Eskalation kam.

“…Er hat mich aus unserer gemeinsamen Wohnung geprügelt… mich aus dem Bett getreten und wollte mein Zeug aus dem Fenster werfen; bei dem Gerangel schlug er mir mein Telefon an den Kopf – wovon ich eine Schädelprellung bekommen habe…“

“…Um ehrlich zu sein erwische ich mich immer mal noch dabei das sich ein Teil von mir erhofft das alles wieder wie früher wird.. Aber die Realität holt mich dann doch sehr schnell wieder zurück auf den Boden der Tatsachen. Das alles ist halt von jetzt auf gleich so schief gegangen..“

Kurz darauf stand auch schon die Polizei in ihrer Wohnung und erteilte Ihm Platzverbot, sodass sie eine Woche Zeit hatte um ihre Sachen zu packen und auszuziehen. Nachdem Lisa ihre Sachen bei ihrem Vater untergebracht hatte wurde der Stress leider nicht weniger. Die Suche nach einer neuen Wohnung wollte nicht gelingen und als sie Ihre Ausbildung zur Altenpflegerin angefangen hat, kämpfte Lisa mit morgendlichen Kreislaufproblemen.

“…Nach 3 Tagen wurde ich dann von meiner Chefin ins Krankenhaus geschickt mit dem Verdacht auf eine Blinddarmentzündung.. “ Bei der Untersuchung wurde ein Ultraschall gemacht und was sie dort entdeckt hat war unglaublich. In der stressigen Zeit hatte sie nicht bemerkt dass sie schon die ganze Zeit schwanger war und so war der Schock um so größer zu bemerken, dass sie schon in der 14. Schwangerschaftswoche war und dazu noch mit Zweien.

“…Da hab ich die zwei das erste mal gesehen.. Ich hab glaub ich in meinem ganzen Leben nicht mehr so viel geflucht wie zu diesem Zeitpunkt und habe alles bergab rennen sehen..“

Weil Lisa mit Depressionen zu kämpfen hatte, empfohlen ihr die Ärzte einen Abbruch und nicht nur sie, auch Lisas Ex-Partner machte ihr Schuldzuweisungen und wollte einen Kredit aufnehmen um mit ihr nach Holland zu fahren um dort abzutreiben.

“…In den 3 Tagen in denen man sich entscheiden soll, wusste ich nicht wohin mit mir, alle sagten das es das beste sei etc. Doch an dem Tag wo es gemacht werden sollte konnte ich es nicht.. Ich war so erstaunt über das Wunder das gerade ich, wo ich mir doch immer Zwillinge gewünscht habe, tatsächlich welche bekomme…“10540894_10204197760796695_1127364434_n

Die Wochen danach waren sehr schwer für sie. Lisa hatte das Gefühl alle wären gegen Sie und ihrer Entscheidung die Kinder zu behalten. Ihr Ex-Partner wollte das Sorgerecht einklagen und erzählte daher, dass sie eine schlechte Mutter sein würde, da sie ja nur eine schulische Ausbildung abgeschlossen hat und dazu auch noch obdachlos wäre. Doch als er eine Neue kennengelernt hatte, interessierte er sich kein bisschen mehr für die Mäusle.

“Das ist derzeit das einzige was mich sehr beschäftigt.. Ich kann das was er sagt und macht einfach nicht nachvollziehen… Aber das muss ich glaub ich auch nicht.“

“…Zum Glück hat sich meine Familie wieder beruhigt und nach einem langen Gespräch konnten sie auch nachvollziehen, dass ich allein schon der Gedanken daran den Abbruch machen zu lassen falsch fand. Ich konnte es einfach nicht und weiß auch, dass ich es mein ganzes Leben lang nie verarbeitet hätte… Es hat dann auch viele mal überlegen lassen, wie schmal der Grad ist die richtige Entscheidung zu treffen.. Meine Familie freut sich mittlerweile schon fast mehr als ich. 🙂 Aussortieren konnte ich auch gleich… Leute, die mit meiner Entscheidung nicht klar kommen brauche ich nicht…

“…Derzeit läuft alles darauf hinaus das ich die erste Zeit definitiv alleinerziehend sein werde.. Aber ich lasse mir da lieber Zeit, bevor ich wieder so in die Tonne greife. Das Gute (oder auch schlechte manchmal :’D) ist das ich jetzt wesentlich mehr Ansprüche habe als vorher.. Selbst wenn die „Suche“ noch Jahre dauert; ich will den richtigen Vater für meine Mäusels haben und nicht irgendeinen der es vielleicht sein könnte.“

Die Schwangerschaft verlief bisher grandios. Natürlich hat auch Lisa mit den normalen Beschwerden einer jeden Schwangerschaft zu tun, doch größere Komplikationen wurden ihr erspart.

“…Ich selber habe die ganze Schwangerschaft eigentlich mehr Ängste davor, dass ich es nicht schaffe; als dass ich es genießen kann.. Mittlerweile bin ich in der 33. Woche sodass die Freude die zwei Damen endlich in den Armen halten zu können überwiegt…“

Vielen Dank Lisa für deine Geschichte und deine offenen Worte.

Mit den besten Wünschen für dich und deine kleinen Damen, Rita 🙂

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