Pumbaa: Ich liebe dich von ganzem Herzen

   Endlich ist es soweit..Jetzt habe ich schon etwas über einen Monat diesen Blog und habe immernoch nicht geschafft etwas über das wertvollste in meinem Leben zu schreiben..meine Mädels Timon und Pumbaa

Wie es sich „gehört“, fange ich mit meiner älteren an. Obwohl man bei einem Unterschied von einer Minute vielleicht nicht über älter sprechen kann aber ..Eyyy..1 Minute ist 1 Minute und irgendwann wird diese Minute sehr einflussreich sein, zum Beispiel wenn die Mädels sich streiten ..wird sich Pumbaa stolz hinstellen den Finger heben und sagen: „Timon ich bin immernoch eine Minute älter als du, also musst du auf mich hören!“ so oder so ähnlich stelle ich mir dass vor und gebe zu einbisschen schmunzeln muss ich dabei auch. Wer weis vielleicht kommt es ja mal zu dieser Situation ..dann werde ich aber aufjedenfall darüber berichten:D

Um 9:06 Uhr schauten mich über die grüne OP-Abdeckplane diese kleinen runden Augen meines aller ersten Kindes an. Es kommt mir manchmal vor wie gestern..ich weis noch genau wie ich mich gefühlt habe und könnte ich es in Worte fassen, würde ich dass wircklich zu gern machen. Jeder der schon einmal die Geburt eines Kindes erlebt hat, weis wovon ich spreche. Kurz nach dem Schnitt hielt die Ärztin Pumbaa schreiend in einer Hand nach oben ..zwischen den Fingern der Ärztin streckte Pumbaa ihre Ärmchen und Beinchen raus und zappelten. Sie war so klein und doch so schön! Trotz der fehlenden 7 Wochen Entwicklung war sie vollkommen. Sie hatte Ohren, Zehen, Haare, Nägel alles war da und ich war einfach nur glücklich und erleichtert. Weil ich schon während der Schwangerschaft wusste, dass die beiden früher geholt werden müssen (mono-mono Zwillinge) hatte ich immer etwas Angst vor dem Moment der Stille, wenn ich auf ein schreiendes Baby warte. Mehrmals hatte ich mir diese Szene im Kopf durchgespielt um mich etwas auf diese Situation vorzubereiten und nachher nicht panisch zu werden. Umso schöner war es als Pumbaa mir lautstark ins Gesicht brüllte. Dieses Schreien war das schönste Geräusch. Ich glaube das der erste Schrei des Kindes ein ganz besonderer ist und im nachhinein betrachtet der einzige bleibt, denn Eltern toll finden. Später heist es dann nur noch „Boah warum schreit sie den schon wieder, weist du was sie hat?, ohh ich kann es nicht mehr hören …“

mono2Pumbaa war lange Zeit unser kleines Sorgenkindchen. Zwar war sie mit 1950g die größere und schwerere, doch leider hatte sie im Krankenhaus immer wieder Sauerstoffabfälle. Kaum war es ein Tag gut, ging es am nächsten wieder von vorne los. Gegen Ende wurde sie sogar mit zusätzlichen Sauerstoff über eine O2-Brille versorgt. Die Ärzte haben versucht den O2 immer wieder zu reduzieren und trotzdem immer dieses läuten. Das ist auch ein Geräusch, leider ein nicht ganz so schönes und eines, dass ich vermutlich nie vergessen werde. Sobald der Wert unter 90 ging fing das Klingeln an und eine Krankenschwester kam ins Zimmer. Oft regulierte es sich von selbst aber hin und wieder mussten sie Pumbaa auch unterstützen. Vielleicht könnt ihr euch vorstellen wie es ist sein Kind alleine im Krankenhaus zu lassen und obwohl man weis es sind nette und engangierte Mitarbeiter dort, hat man trotzdem irgendwo im Hinterköpfchen diesen fießen Gedanken: „Was ist wenn sie gerade nicht können ..bei einem anderen Kind sind das Hilfe braucht , was ist wenn sie schreit und keiner kommt, oder keine Luft bekommt“..das ist ein schrecklicher Gedanke und ein schlimmes Gefühl. In dieser schweren Zeit unserer ersten Zeit nicht voll und ganz  für sie da sein zu können fiel mir am schwersten.

Bis auf die O2 Abfälle hatte Pumbaa sich super entwickelt. Sie hat sehr gut gegessen und durfte daher als erste von der Magensonde weg. Nach sechs Wochen Kinderklinik, drei Stationswechsel (Intensiv, Negeborenen und Kinder 0-3)durften wir endlich zusammen nach Hause gehen und uns endlich richtig kennen lernen. mono

Pumbaa war ein sehr entspantes Baby. Wenn sie satt und trocken war, reichte dass meist schon aus um zufrieden zu sein. Mitlerweile hat sie natürlich mehr Ansprüche und fordert diese ganz gezielt. Aus diesem kleinen sehr hilflosen Wesen ist ein ziemlicher Sturkopf geworden. Der ganz genau weis was er möchte …und doch lass bloss irgendwas sein , das ihrem Ziel im Wege steht; dann streckt sie Arme und Beine aus hebt diese in die Luft und zappelt wie wild während sie beleidigt und meckernd den Kopf hängen lässt. Eine richtige kleine Persönlichkeit ist sie geworden. Sie wirkt immer sehr nachdenklich, sogar ein wenig misstrauisch…besonders bei Fremden. Im Gegensatz zu ihrer Schwester zögert sie lange bevor sie jemanden anlächelt und beobachtet erst sehr viel. Manchmal sage ich auch ..sie ist so misstrauisch weil sie auf ihre Schwester mit aufpasst 🙂

Seit dem Sie mit etwa 3 Monaten gelernt hat richtig zu beobachten und dingen zu folgen war das Ihre Lieblingsbeschäftigung. Ein einfaches buntes Holzmobile dass hin und wieder klapperte war ihr liebstes Spielzeug. Gefühle Stunden konnte sie da liegen und es betrachteten. Auch heute beobachtet sie noch gerne wie Timon spielt oder ich in der Küche die Spülmaschine einräume. Wenn sie etwas Neues bekommt betrachtet sie es erst von allen Seiten, dreht es in der Hand von einer zur anderen Seite und vor allem die kleinen unscheinbaren Details findet sie am interessantesten. Manchmal befühlt sie die Gegenstände um sich herum indem sie die Dinge mit der flachen Hand abklopft..auch ihre Eltern und ihre Schwester wird hin und wieder abgeklopft 😀mono3

Je älter sie wird umso deutlicher merke ich wie verschmust sie ist. Sobald sie müde wird, verkriecht sie sich am liebsten mit ihrer Nase ganz nah an Mama. Sie liebt es wenn man ihr ganz leicht über das Gesicht streichelt oder sie am Bauch massiert. Auch ein leichtes pusten über ihre Haare findet sie sehr angenehm und entspannend. Ich nenne sie manchmal auch „mein Mamakind“ ..wenn sie traurig oder müde ist jammert sie und ruft Me..Me ..mittlerweile kommt auch immer öfters ein Ma..Maa 😀 Wenn sie mich sieht, streckt sie sich und auch manchmal ihre Arme in meine Richtung mit einem tiefen Blick in die Augen kann man auch ohne Ihre „Sprache“ sprechen zu können verstehen, was sie möchte – einfach nur von Mama getröstet und geliebt zu werden ❤ 20141017_163153Besonders süss ist sie wenn sie lacht und dieses Lächeln muss man sich bei ihr erstmal verdienen. Aber es lohnt sich ..beim Lächeln zieht sie die Nase nach oben ..wie ein kleines Igelchen …“ich könnte sie fressen“….soooo süss ist sie da! Nach Erzählungen meiner Mama habe ich als Baby wohl auch so gelächelt ..ich sag doch ..“mein Mamakind“ 😀

Ich bin so stolz auf sie..auf alles was sie geleistet hat, was sie gelernt hat..auf die Wege die sie mit ihren wenigen Monaten schon gehen musste. Wie tapfer sie war und freue mich darauf noch viele Momente mit ihr zu erleben.

Ich liebe dich von ganzem Herzen und bin so froh deine Mama sein zu dürfen

Zur Erinnerung, in Liebe… deine Mama

 

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