Vom Stillen …und den „Problemchen“

Stillprobleme – Milchstau, Entzündung und Co.

Da ich selbst nicht verschont worden bin ..hier eine Auflistung möglicher Komplikationen und meine Lösungen.

Aufgrund der vielen Pumperei hat sich meine Brust auf viel Milch eingestellt. Als ich aber von heut auf morgen mit den Kindern in der Kinderstation bleiben durfte, habe ich sie voll versorgt. Leider hat mir niemand jemals von Stillproblemen erzählt. Also fing ich an die Babys voll zu stillen..ich hatte ja genug Milch. Die Mädels konnten jedoch nur einen Bruchteil der Milchmassen leer trinken. Irgendwann wurde die Brust hart und ich fühlte mich nur noch Hundeelend.

Ich dachte mir schon, dass es nicht so einfach sein wird, schließlich waren sie schwach und wurden lange über eine Magensonde ernährt. Sie haben dennoch gute Fortschritte gemacht, so dass 60ml für uns eine gigantische Menge war! Damals! Um am Anfang nachzuprüfen ob bzw. wie viel sie trinken, musste ich sie vor und nach dem stillen wiegen. Der Rest der Nahrung wurde anschließend sondiert. Als wir endlich auf die Magensonde verzichten konnten,bekamen sie natürlich überwiegend die „schnellfließende“ Flasche. Dagegen war das saugen am meine Brust eine richtige Schwerstarbeit. Weil sie ihren Mund nicht so weit öffnen konnten, ich jedoch eine relativ große Brust habe, konnten sie diese schwer fassen. Um ihnen das zu vereinfachen bekam ich Stillhüttchen – eigentlich eine gute Erfindung; in der Praxis mit Zwillingen fand ich sie eher störend. Sie sind oft verrutscht, ich musste ständig unterbrechen, die Milch lief daneben… eine Sauerei! – Ich hoffe doch es gibt andere Mütter mit besseren Erfahrungen ;D

Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du Schönes bauen. (Erich Kästner)

Alle Problemchen..sind möglich, müssen aber nicht vorkommen!!!!

  • Zu wenig Milch: unzufriedene, weinende Babys beim Stillen – Es hilft: Häufiges Anlegen, dabei die Stillposition immer wieder ändern um die ganze Brust zu stimulieren, reichlich trinken, ich hab´s auch noch mit Karamalz probiert 🙂 ob ich jetzt davon mehr Milch hatte kann ich leider nicht genau sagen..aber geschmeckt hat´s, vor allem an heißen Sommertagen 😀
  • Zu viel Milch: Überfüllte Brüste die Tropfen auch wenn man nur ein Baby schreien hört. – Es hilft: Stilleinlagen, Milchauffangschalen, Wechselkleidung immer dabei haben, Muster tragen bei denen Milchflecken nicht sofort gesehen werden.
  • Milchstau: verstopfte Milchgänge, Spannende Brust, harte, gerötete, schmerzhafte  Stellen.- Es hilft: Vor dem Stillen/Pumpen die Brust etwas aufwärmen (zb.Kirschkern Kissen, Feuchte warme Lappen), Mit etwas Öl die Brust massieren, häufig stillen und dabei das Kinn des Kindes zur schmerzhaften Stelle, am besten bis die Brust leer ist. Beim Pumpen am besten beide Brüste gleichzeitig und immer wieder massieren um den Stau zu lösen. Ausstreichen unter der warmen Dusche ist auch sehr gut. Nach dem Stillen/Pumpen die warme, harte Stelle etwas abkühlen indem man Quark mit Hilfe einer Babywindel auflegt. (Windel einstreichen und um die Brust legen- wichtig nicht den Warzenhof kühlen oder wärmen) Als Alternative kann man auch Gelkompressen verwenden. Hebammentipp: Zusätzlich half mir Erysidoron2 von Weleda und das einmassieren von Venadoron. Das wichtigste ist jedoch Ruhe und so wenig Stress wie möglich. Das jedoch war mein größtes Problem!
  • Brustentzündung:  Wenn der Milchstau nicht nachlässt und Fieber hinzukommt, könnte es daran liegen, dass sich die Brust entzündet hat. BITTE zum Arzt! Dies passiert wenn Keimen eingedrungen sind. Aber auch Dauerstress und  schwache Abwehrkräfte begünstigen eine Mastitis. Wie schon beim Milchstau helfen auch hier Quarkwickel, massieren, viel stillen, etc. Zusätzlich ist jedoch Bettruhe zwingend und wenn gar nichts mehr geht hilft nur noch ein stillkompatibles Antibiotika vom Arzt. Bei starken Schmerzen hilft Ibuprofen.

Darf ich mit einer Brustentzündung stillen? Aber natürlich..die Entzündung hat keinen Einfluss auf die Qualität der Muttermilch. Nur bei einer starken fortgeschrittenen Mastitis ist ein abstillen notwendig. (selten)

  • Wunde Brustwarzen: Manchmal hilft es wenn man die geröteten Brustwarzen ein wenig mit Muttermilch einreibt oder wenn sie schon wund sind mit Lanolin Feuchtigkeitscreme für Wundheilung, diese ist in fast allen Drogeriemärkten sowie in der Apotheke erhältlich. Wenn die Warzen beim Stillen schmerzen, liegt es häufig daran, dass das Baby nicht richtig angelegt wurde. Daher sollte man als erstes die Anlegeart überprüfen und wenn nötig korrigieren.
  • Besondere Form der Brustwarzen

“Die normale Brustwarzenform richtet sich ein gutes Stück auf, während sie verhärtet. Eine Flachwarze verhärtet ohne sich wesentlich auszurichten. Eine Schlupfwarzen hingegen zieht sich sogar ein.
“Eine weitere Brustwarzenform, die häufig mit der Schlupfwarze verwechselt wird, jedoch nur in etwa bei 1% der Frauen vorkommt, ist die Hohlwarze. Dabei handelt es sich um eine sehr seltene anatomische Form, bei der die eigentliche Brustwarze fehlt und es lediglich eine meist leicht umrandete Vertiefung im Warzenvorhof gibt. Im Gegensatz zur Schlupfwarze, ist die Hohlwarze meist nur mit sehr wenigen Milchgängen verbunden und es bliebe medizinisch zu überprüfen, ob es überhaupt möglich ist zu stillen.“ @mamiweb.de

Vielen hilft´s : Stillhüttchen; diese gibt es in Latex oder Silikon und in den Größen S,M,L von der unterschiedlichsten Herstellern. Ein weiteres Hilfsmittel könnten Brustwarzenformer sein.

So das war nun meine kleine Auswahl an Problemchen die mir die Liebe am stillen etwas erschwert haben. Das wichtigste aber ist bei Unsicherheit zu wissen wohin man sich wenden kann. Ich hatte glücklicherweise das Privileg ..und heutzutage ist es echt eins; eine Hebamme zu haben. Diese konnte ich bei jedem Wehwehchen anrufen und mir wurde schnellst möglichst geholfen und Mut gemacht. Da ich aber weis wie schwer es ist eine Hebamme zu bekommen(Hebammensuche), weil diese einfach zu schnell vergeben sind, habe ich hier noch ein paar alternative Beratungsmöglichkeiten für euch:

  1. In den meisten Krankenhäusern wird eine Stillgruppe angeboten. Hier kann man sich beraten lassen zum einen von dem anleitendem Personal als auch von den Erfahrungen anderer Mütter.
  2. In vielen Städten gibt es mittlerweile Hebammensprechstunden für alle die keine eigene Hebamme haben.
  3. Beratungsstellen wie diese :LaLeche Liga Deutschland ev. bieten E-Mail Beratung an oder auch eine Stillberatersuche und Stillgruppensuche nach PLZ an.
  4. Auch die Frauenärzte können beratend zur Seite stehen.

Mein Favorit ist jedoch die Hebamme und eine Still- und Laktationsberaterin, da diese stätig weitergebildet werden und immer auf dem neuesten Stand sein müssten, natürlich auch viel Erfahrung mitbringen 🙂

Weitere Teile der Stillserie

Teil1:  „Vom Stillen..oder so ähnlich“

..und hier geht’s  weiter mit „Vom Stillen..“ Teil 3

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2 Gedanken zu “Vom Stillen …und den „Problemchen“

  1. Pingback: Vom Stillen..Teil 3 | monolinchen

  2. Pingback: Vom Stillen… oder so ähnlich ;D | monolinchen

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