Vom Stillen..Teil 3

Vom Stillen… Teil 3

Stillen, Pumpen, Zufüttern – mein Teufelskreis ?!

Tagsüber habe ich Timon und Pumbaa angelegt und anschließend mit der abgepumpten Muttermilch zugefüttert. Damit immer genug Muttermilch vorrätig ist und auch meine produzierte Milchmenge beständig bleibt… musste ich in den Schlafphasen der Mäuse noch zusätzlich abpumpen. Mein Alltag in den ersten 3Monaten bestand nur noch aus Stillen, Füttern, Pumpen ..Es war irgendwann so unerträglich für mich, dass ich es nervlich nicht mehr ausgehalten habe. Klar hat man mir gesagt ich soll doch pumpen nach dem ich die beiden gefüttert habe oder währenddessen. Leider hat das überhaupt nicht funktioniert. Beim essen musste ich immer mithelfen, so dass ich nicht gleichzeitig meine Melkmaschine festhalten konnte..Warum gibt’s denn keinen Gurt oder so …noch besser Mobile Milchpumpen..das wär doch was! Nach dem essen wollten beide immer meine volle Aufmerksamkeit, so dass ich nur pumpen konnte während die beiden wie am Spies geschrien haben. Das habe ich zwei Mal gemacht und bin zum Entschluss gekommen, dass das für mich nur noch mehr Stress verursacht. Ich kann die Tage nicht einmal zählen an denen ich geweint habe..so viele sind es.

„Eine Mutter mit einem Neugeborenen weint anfangs einmal in der Woche ..eine Mutter mit neugeborenen Zwillingen einmal am Tag“ ..das habe ich mal irgendwo gelesen und musste mir zugestehen dass es so war!

Nachts habe ich mit Pre gefüttert, Pre-Milch soll ja der Muttermilch am ähnlichsten sein. Obwohl ich viel Milch hatte, reichte diese nur für den Tag ,d.h. die abgepumpten Milch von der Nacht wurde auch tagsüber mitverbraucht. Für die Nacht haben wir uns immer jeweils drei Fläschchen mit Pulver abgefüllt und zwei Kannen mit je kalten und heißen abgekochtem Wasser. So musste man nur noch alles zusammen mischen und es war schnell fertig. Später haben wir das ganze System nochmal verändert. Die Flaschen mit der passenden Wassermenge aufgefüllt in den doppelten Flaschenwärmer. Dieser blieb die ganze Nacht an, so dass immer wenn eine der beiden Trinken wollte, ich nur noch das portionierte Milchpulver in die Flasche kippen musste. So war die Milch immer frisch und schnell fertig. Heute mit 9 Monaten trinken die beiden neben ihrer Beikost immer noch Pre am Morgen und am Abend 220ml. Diese jedoch bereiten wir noch schneller zu. Das abgekochtem Wasser in die Flasche, diese in die Mikrowelle [Bitte aufpassen, Verbrühungsgefahr – nur machen wenn man sicher weiß wie sie richtig eingestellt ist.] Anschließend Pulver rein und fertig. Nachts trinken die Zwerge gar nicht mehr. Im 5. Monat habe ich bemerkt, dass sie nicht besonders hungrig sind und nur trinken, weil wir es anbieten. Ich habe beschlossen ihnen nur Tee oder Wasser anzubieten, diesen haben sie 1-2Tage getrunken, dann wollten sie gar nichts mehr und haben auch viel besser geschlafen. Ab dem fünften Monat so hab ich es gelesen, hat sich der Magen der meisten Babys schon umgestellt und benötigt Nachts keine Nahrung mehr..und so war es ..es war einfach nur die Gewohnheit. (Ist selbstverständlich bei jedem Kind anders, aber ein Versuch ist es wert)

Natürlich habe ich versucht Lösungen zu finden, ich habe versucht immer zu pumpen, wenn jemand da war, der sich um die Zwerge kümmerte. Das Anlegen war nur noch eine Katastrophe. Als Timon und Pumbaa 3,5 Monate alt waren habe ich mich nach langem hin und her entschieden nur noch passiv zu stillen. Somit musste ich “nur noch“ pumpen und füttern. Irgendwann war die Dauerbelastung so stark, dass ich wusste ich müsse was ändern, denn nur wenn es mir gut geht, kann es auch meinen Kindern gut gehen. Ich habe viele Gespräche geführt, vor allem mit meiner Hebamme. Sie war es auch, die mich immer wieder motivierte durchzuhalten und nicht abzustillen. Sie redete mit mir ohne Druck zu machen und hat die Entscheidung immer mir überlassen und mir das Gefühl gegeben ,dass jede Entscheidung ok ist, egal wie diese ausfallen würde. Die ständige Pumperei hat mir so viel Zeit und Kraft gestohlen, die ich viel lieber mit meinen Kindern gehabt hätte. Das war auch immer ein Punkt der mich zum Zweifeln gebracht hat und vor die Frage :

Aufhören oder weitermachen?

Irgendwann hat mir meine Hebamme geraten die Pumpabstände zu verlängern, so dass ich nun nicht mehr alle drei Stunden sondern alle vier gepumpt habe. Es war wie eine Erlösung, ich hatte etwas mehr Zeit – ich stand nicht mehr so stark unter Druck. Im fünften Monat, habe ich noch weiter auf alle fünf Stunden erhöht und musste noch seltener Pumpen, dafür jedoch umso länger, damit die Milch auch weiterhin ausreichend produziert wird.

Ich kann nicht mehr! Ich will nicht mehr!

Ganze 5 Monate habe ich durchgehalten und ich habe höchsten Respekt vor allen Frauen die es länger schaffen! Anfang 6 habe ich langsam versucht abzustellen. Da meine Brust schon gewohnt war mehrerer Stunden am Stück nicht entleert zu werden, ging das Abstillen viel schneller und unkomplizierter wie erwartet. Eigentlich zu schnell für mich 😀 Ich hab eine Woche alle 6h gepumpt, dann irgendwann Nachts nicht mehr und nur die große Ladung am Morgen. Dann nur noch vor und nach dem schlafen. Täglich habe ich die Brust kontrolliert und massiert um keinen Stau zu bekommen und Pfefferminztee habe ich zur Milchreduktion auch noch getrunken. Nach etwa 2Wochen war kein Tropfen Milch mehr da ..und ich gebe zu“ Es war ein tolles und erleichterndes Gefühl!“

Das Ende der Geschichte …

Definitiv sollte jede Frau entscheiden können wie sie es für sich, für ihre Familie handhaben möchte. Ich finde es immer noch schrecklich, wenn Frauen die nicht stillen können, wollen kritisiert werden und ihnen ständig ein schlechtes Gewissen eingeredet wird. Ich bin mir sicher, dass jede Mutter nur das Beste für ihre Kinder möchte und bin auch aus eigener Erfahrung überzeugt davon, dass eine entspannte Mutter ihre Kinder entspannt großziehen kann ..auch ohne Muttermilch und trotzdem mit viiiiiiiel Liebe. Alle die unsicher sind ob sie stillen möchten oder nicht würde ich raten es zumindest zu versuchen um anschließend nicht sagen zu können, “ ach hätte ich doch“ und wer weiß vielleicht klappt es super und ihr seit die geborenen Stillmütter! Und falls nicht, gibt es heute so viele Möglichkeiten zur Unterstützung. Für mich war einfach nur der Inhalt der Muttermilch so auschlaggebend, dass ich es versuchen wollte. Ich bin unheimlich stolz auf mich, dass ich es so lang geschafft habe, trotz der vielen Steine die mir im Weg lagen. Ob ich es ein zweites Mal so machen würde, kann ich nicht mit Sicherheit sagen..wobei es auch sehr unwahrscheinlich ist, dass die selben Gegebenheiten ein zweites Mal so eintretten. Außerdem würde ich mit Sicherheit eines anders machen..ich würde mir von Anfang an kompetente Hilfe holen und mich beraten lassen. Das Stillen und ich sind leider keine Freunde geworden ..aber wir respektieren uns und vor allem verstehe ich seit dem, die Frauen die sich dagegen entscheiden sehr gut. Viele werden jetzt vielleicht wieder die Hände über den Kopf schlagen und denken“ wie kann sie nur..stillen ist doch so wichtig..blablabla..“ Und ja ihr habt recht stillen ist wichtig und gut für das Kind! ABER viel wichtig ist für das Kind seine Mama..eine Mama die sich liebevoll kümmert ❤

Ich würde mich sehr über Kommentare und Erfahrungen eurerseits freuen 😀

Hier geht’s zu Teil1 und Teil2 der Serie : „vom Stillen…“

„vom Stillen…oder so ähnlich“

„vom Stillen…und den Problemchen“

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Ein Gedanke zu “Vom Stillen..Teil 3

  1. Pingback: Vom Stillen …und den “Problemchen” | monolinchen

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