Der Geburtstags (Alb)Traum

Jupi..Timon und Pumba feierten ihren ersten Geburtstag. Auch wenn sie selbst warscheinlich noch garnicht wissen was das besondere daran ist, war ich etwas aufgeregt, schließlich werden meine Mäuse groß. Also habe ich versucht alles schön zu machen, einfach nur einen entspannten schönen Tag. Da Pumbaa immer noch fiebert und Timon auch von schnupfen geplagt ist,  haben wir die kleine Mütter-Kinder Party verschoben. Trotzdem habe ich am Abend zuvor einwenig das Wohnzimmer dekoriert um zumindest ein bisschen Festtagsstimmung aufkommen zu lassen. Die Nacht zuvor war schrecklich und trotzdem versuche ich mit Augenringen bis zu den Knien gute Laune zu versprühen. Ich habe ein Geburtstagsfrühstück mit Kuchen und co vorbereitet und ich hab mich für tägliche Verhältnisse in Schale geworfen – die Mädels natürlich auch 😀

Ach ja hatte ich erwähnt das Timon die Nacht bei ihrer Tante verbracht hat..ohne Mama und Papa …Ahhh ich stand vor den Tränen, als ich mich verabschiedet und ihr gute Nacht gewünscht habe ..aber hey …es war voll super ..sie kam sehr glücklich nachhause 😀

Naja zurück zum Tag ..

Man hat ja so eine bestimmte Vorstellung von einem Geburtstag; glückliche, lachende Kinder, zufriedene Eltern, Geschenke und Kuchen blablabla…

MONOLINCHTja Pustekuchen;Timon hatte auf Frühstück keine Lust, den Kuchen hat sie nicht mal angerührt, geschrien wurde weil sie die Kerze nicht anfassen durfte und naja eigentlich wegen allem und jedem. Zur Krönung landete dann ihr neuer Trinkbecher gefüllt mit Milch auf dem Fußboden 😦

Pumbaa hat Fieber und hatte auf garnichts Lust, nur der Kuchen der hat es ihr angetan. Unter Tränen futterte sie ihn fast komplett auf. Wenigstens kamen die Geschenke gut an – vorallem die Seifenblasen waren wiedermal der Hit ..vom schönen Outfit blieb leider nichts mehr übrig ..das Kopfband hat Timon sofort nach 5 Minuten runtergerissen und der Rest war nach dem Essen auch schon unten. Da Papa zur Arbeit musste bleib Mama mit Tante mit den beiden Geburtstagskindern zuhause. Ich dachte eigentlich naja schlimmer kanns ja nicht mehr kommen aber halt. Die Wohnung sah aus wie ein Saustall. Alles blieb liegen, denn Mama und Tante hatten die Hände voll mit schreienden und weinenden Kinder. 40,1 Grad Fieber sag ich euch !! Was mit Timon plötzlich los war, war uns ein Rätsel. Stundenlang konnten wir sie nicht beruhigen und waren fix und alle als sie endlich einschlief. Wenn ihr denkt das war´s, dann habt ihr euch getreuscht. Das tolle an Zwillingen ist ja, dass sie sich natürlich immer abwechseln mit dem Geschrei oder noch besser – beide zusammen. Es gab wieder diesen Moment den ich schon lange nicht hatte und ihn ehrlich gesagt nicht vermisst habe..dieser Zeitpunkt wenn ich da sitze , das Kind auf meinem Arm schreit, das andere Kind daneben auch und ich sitze und denke laut “ Ich kann einfach nicht mehr!“ Dann ist das so ein Moment indem ich einfach nicht anders kann als zu weinen.. So sasen wir da; zu dritt und weinten.  Ich weis es hört sich echt mies an,  aber der Tag war auch echt mies. Diesen ersten Geburtstag werde ich wohl nie vergessen. MONOLI

Er erinnerte mich zu sehr an die ersten Wochen nach der Geburt die ich bis heute als die härteste Zeit meines Lebens bezeichne. Seit der Geburt meine Kinder habe ich neue Gefühle kennengelernt, die mir vorher völlig fremd waren.

Angst : Ich hatte eigentlich nie so richtig Angst, ich wusste es gibt für alles eine Lösung und diese hatte ich eigentlich auch immer gefunden. Mit der Geburt hat sich das plötzlich verändert und ich habe zum ersten mal das Gefühl der Angst gespürt. Angst es nicht zu schaffen, Angst zu versagen, Angst alleine zu sein, usw. Angst hat mich leider mehrere Woche sogar Monate begleitet.

Kraftlosigkeit: „Ich kann nicht mehr “ waren einer der häuftigsten Sätze die mir damals durch den Kopf gingen Ich kam das erste mal an meine Grenzen. Ich wusste garnicht wieviel ich aushalten kann bis es Stopp macht, jetzt weis ich´s.  Ich kannte auch das Gefühl nicht, mich einfach nicht mehr bewegen zu können, ins Bett zu fallen und mich nicht mehr selbst zu spüren.

Hilflosigkeit: Nachdem ich von A-Z alles probiert habe und trotzdem keine Lösung finden konnte, habe ich mich immer sehr hilflos gefühlt. Vorallem wenn ich alleine war und sogar 10 Hände zu wenig waren.  Das schlimmste war, dass ich mich nicht zerreißen konnte, auch wenn ich es wollte. Ich bin immer noch sehr dankbar für jede Unterstützung die ich von meinem Mann und meiner Familie bekomme ;D

Das waren drei neue Gefühle die ich vor dem Mutter sein nicht kannte und die mich wie ein Bulldoser überrollt haben.

Aber zum Glück durfte ich auch ein Gefühl  kennen lernen, welches ich niemals missen möchte ; das Gefühl der Mutterliebe

Ab der ersten Sekunde eures darseins hab ich es gespürt – die unendliche Liebe zu euch. Euch niemals verlieren zu wollen, immer für euch das Beste zu geben und euch von ganzen Herzen zu lieben.

Es ist egal wie schwer die Zeiten noch werden, wie viele Geburtstage ins Wasser fallen oder Krankheiten wir gemeinsam stemmen müssen ..ich weis, dass wir das gemeinsam schaffenund wenn dabei ein paar Tränen fließen, dann ist das so ..das wichtigste ist doch, dass wir bald wieder gemeinsam lachen können und dass konnten wir bisher immer ;D

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Mamageschichte – Der schmale Grad für die richtige Entscheidung

Nachdem ich meinen Beitrag : „Kann man das Leben planen? “ veröffentlicht habe, hat sich Lisa bei mir gemeldet um euch auch ihre Geschichte zu erzählen.

“Ich kann gerne meine Geschichte erzählen; bloß leider ist sie nicht all zu witzig. ^^ Aber es wäre denk ich mal auch aufbauend für andere in meiner Situation..“ Lisa

Lisa führte das Leben einer typisch 20 Jährigen. Sie ging regelmäßig aus, feiert ausgelassen, genoss die Freiheiten und kämpfte mit den Problemen des Lebens.

In einer schweren Zeit, als sie dachte es könnte schlimmer nicht mehr kommen, schlug das Schicksal zu und veränderte ihr Leben schlagartig.

“…Die Umstände waren schwer.. Aber irgendwie haben wir alles gemeistert…Ich war überglücklich mit ihm und hätte alles für ihn getan… “

Seit einiger Zeit lebte Lisa mit ihrem Partner in einer gemeinsamen Wohnung. Leider hatte in dieser Zeit sein bester Freund sehr viel Einfluss in die Beziehung so dass es oft zu Missverständnissen und Streitigkeiten kam.

Als sie gerade in den Abschlussprüfungen steckte eskalierte es. Seit fünf Tagen hatten sie Zoff und er trennte sich. Sie durfte den Raum ohne seine Erlaubnis nicht betreten und wenn sie sich traute ihm ihre Meinung zu sagen , drohte er ihr bis es zur Eskalation kam.

“…Er hat mich aus unserer gemeinsamen Wohnung geprügelt… mich aus dem Bett getreten und wollte mein Zeug aus dem Fenster werfen; bei dem Gerangel schlug er mir mein Telefon an den Kopf – wovon ich eine Schädelprellung bekommen habe…“

“…Um ehrlich zu sein erwische ich mich immer mal noch dabei das sich ein Teil von mir erhofft das alles wieder wie früher wird.. Aber die Realität holt mich dann doch sehr schnell wieder zurück auf den Boden der Tatsachen. Das alles ist halt von jetzt auf gleich so schief gegangen..“

Kurz darauf stand auch schon die Polizei in ihrer Wohnung und erteilte Ihm Platzverbot, sodass sie eine Woche Zeit hatte um ihre Sachen zu packen und auszuziehen. Nachdem Lisa ihre Sachen bei ihrem Vater untergebracht hatte wurde der Stress leider nicht weniger. Die Suche nach einer neuen Wohnung wollte nicht gelingen und als sie Ihre Ausbildung zur Altenpflegerin angefangen hat, kämpfte Lisa mit morgendlichen Kreislaufproblemen.

“…Nach 3 Tagen wurde ich dann von meiner Chefin ins Krankenhaus geschickt mit dem Verdacht auf eine Blinddarmentzündung.. “ Bei der Untersuchung wurde ein Ultraschall gemacht und was sie dort entdeckt hat war unglaublich. In der stressigen Zeit hatte sie nicht bemerkt dass sie schon die ganze Zeit schwanger war und so war der Schock um so größer zu bemerken, dass sie schon in der 14. Schwangerschaftswoche war und dazu noch mit Zweien.

“…Da hab ich die zwei das erste mal gesehen.. Ich hab glaub ich in meinem ganzen Leben nicht mehr so viel geflucht wie zu diesem Zeitpunkt und habe alles bergab rennen sehen..“

Weil Lisa mit Depressionen zu kämpfen hatte, empfohlen ihr die Ärzte einen Abbruch und nicht nur sie, auch Lisas Ex-Partner machte ihr Schuldzuweisungen und wollte einen Kredit aufnehmen um mit ihr nach Holland zu fahren um dort abzutreiben.

“…In den 3 Tagen in denen man sich entscheiden soll, wusste ich nicht wohin mit mir, alle sagten das es das beste sei etc. Doch an dem Tag wo es gemacht werden sollte konnte ich es nicht.. Ich war so erstaunt über das Wunder das gerade ich, wo ich mir doch immer Zwillinge gewünscht habe, tatsächlich welche bekomme…“10540894_10204197760796695_1127364434_n

Die Wochen danach waren sehr schwer für sie. Lisa hatte das Gefühl alle wären gegen Sie und ihrer Entscheidung die Kinder zu behalten. Ihr Ex-Partner wollte das Sorgerecht einklagen und erzählte daher, dass sie eine schlechte Mutter sein würde, da sie ja nur eine schulische Ausbildung abgeschlossen hat und dazu auch noch obdachlos wäre. Doch als er eine Neue kennengelernt hatte, interessierte er sich kein bisschen mehr für die Mäusle.

“Das ist derzeit das einzige was mich sehr beschäftigt.. Ich kann das was er sagt und macht einfach nicht nachvollziehen… Aber das muss ich glaub ich auch nicht.“

“…Zum Glück hat sich meine Familie wieder beruhigt und nach einem langen Gespräch konnten sie auch nachvollziehen, dass ich allein schon der Gedanken daran den Abbruch machen zu lassen falsch fand. Ich konnte es einfach nicht und weiß auch, dass ich es mein ganzes Leben lang nie verarbeitet hätte… Es hat dann auch viele mal überlegen lassen, wie schmal der Grad ist die richtige Entscheidung zu treffen.. Meine Familie freut sich mittlerweile schon fast mehr als ich. 🙂 Aussortieren konnte ich auch gleich… Leute, die mit meiner Entscheidung nicht klar kommen brauche ich nicht…

“…Derzeit läuft alles darauf hinaus das ich die erste Zeit definitiv alleinerziehend sein werde.. Aber ich lasse mir da lieber Zeit, bevor ich wieder so in die Tonne greife. Das Gute (oder auch schlechte manchmal :’D) ist das ich jetzt wesentlich mehr Ansprüche habe als vorher.. Selbst wenn die „Suche“ noch Jahre dauert; ich will den richtigen Vater für meine Mäusels haben und nicht irgendeinen der es vielleicht sein könnte.“

Die Schwangerschaft verlief bisher grandios. Natürlich hat auch Lisa mit den normalen Beschwerden einer jeden Schwangerschaft zu tun, doch größere Komplikationen wurden ihr erspart.

“…Ich selber habe die ganze Schwangerschaft eigentlich mehr Ängste davor, dass ich es nicht schaffe; als dass ich es genießen kann.. Mittlerweile bin ich in der 33. Woche sodass die Freude die zwei Damen endlich in den Armen halten zu können überwiegt…“

Vielen Dank Lisa für deine Geschichte und deine offenen Worte.

Mit den besten Wünschen für dich und deine kleinen Damen, Rita 🙂