Der Countdown läuft…

mono blumenIch kann es nicht fassen, wie schnell doch das erste Lebensjahr vorüber geflogen ist. Ich weis noch wie ich fix und fertig vor meiner Pumpe saß und sagte..“Boah die Zeit geht so langsam, wann können sie nur endlich sitzen, essen blabla bla..“,wenn ich könnte würde ich die Zeit zurück drehen und zu mir selbst sagen: „Bist du doof..du weist gar nicht wie schnell deine Babys erwachsen werden“ …Und ja meine Babys sind bald keine Babys mehr, sondern zählen offiziell zu den Kleinkindern. Ich bin sehr wehmütig aber auch stolz, wenn ich daran denke. Stolz auf die für mich schönsten und wertvollsten Geschöpfe die mir mein Leben geschenkt hat. Ich bin dankbar für jede Sekunde die ich euch um mich habe und für alle Erfahrungen die ich durch euch machen durfte! Danke meine BABY´s 😀

monolinchen TimonTimon ist eine ganz schön schlaue, sie wickelt einen mit ihrem zuckersüssen grinsen im handumdrehen um den Finger ..man kann ihr einfach nicht böse sein ;D Wenn ich dann doch mal schimpfe, muss ich mich sofort umdrehen, weil ich mich beim Anblick ihres Blickes  vor lachen kaum halten kann. Nichts ist mehr sicher. Seit ein paar Wochen hangelt sie sich an allen Möbeln entlang und was nicht in Sicherheit gebracht wurde, findet man meist wieder in ihrer Hand. Hat sie es dann erstmal ergattert wird es bewacht und nicht mehr los gelassen..und wenn doch, ist das Drama groß. Wie ein Profischauspieler wirft sie die Hände auf den Kopf, verzeiht das Gesicht zu einer dicken Schnute und legt sich mit einem großen Katzengejammer auf den Boden. Das muss man mal gesehen haben. Im Moment entdeckt sie ihren Körper..und den der anderen. Da werden die Augen ausgepickst, der Bauch geklopft, an der Zunge gezogen ..doch am liebsten zupft sie mühevoll einzeln die Bauchhaare ihres Papas aus. „WAS“ oder so ähnlcih klingt ihr Lieblingswort ..sie plappert ständig und immer..erinnert mich sehr an ihre Tante als kleines Kind. Man versteht zwar nichts aber weil sie es immer unterschiedlich betont und dazu gestikuliert und mit ihrer sehr witzigen Mimik unterstützt, kommt es einem vor als würde sie ein ganzes Gespräch mit einem führen ..zum todlachen ;D Ich bin so verliebt und stolz ..einfach eine glückliche Mama!!

monolinchen PumbaaPumbaa hat in diesem Jahr leider eine Reihe von Infekten durch gemacht. Das kleine Mädchen hat tatsächlich mehr Antibiotika zu sich genommen als ich in meinen 25 Jahren..wirklich schlimm! Ich hoffe so sehr, dass es im zweiten Lebensjahr nicht mehr so weiter geht. Denn sind wir ehrlich , wie soll man sich den anstrengen und lernen, wenn es einem einfach beschissen geht. Und trotzdem hat sie so viel erreicht. Seit etwa einer Woche verweigerte sie die Wasserflasche..ich habe lange gebraucht um zu verstehen, dass sie aus dem Becher trinken will. Sie macht es super ich bin sehr begeistert. Pumbaa ist total Omaverliebt. Wenn Oma in der nähe ist, sieht man sie nur noch lachen. Sie ist eine ganz gemütliche und schaut gerne und lang Bilderbücher an, sie hört aufmerksam zu und beobachtet alle. In letzter Zeit sieht man richtig, wie sie ihrer Schwester versucht nachzueifern. Sie beobachtet sie genau und versucht das selbe auf ihre Art umzusetzen. Mit dem Krabbeln klappt’s zwar noch nicht ..ach wer brauch das schon –  dafür steht sie schon einige Minuten am Spieltisch und freut sich darüber sehr. Mama ist so stolz auf dich ..mach weiter so , du bist ein tolles Kind.

Zu den Fakten

Wir schlafen nicht durch und Mama hat die Hoffnung schon mal ganz weit nach hinten geschoben.

Wir essen alles vom Tisch , sind aber etwas wählerisch, außer bei Obst da geht alles ;D

Sobald ein Erwachsener in der Küche steht, sind wir zur stelle und wollen „Nja-nja“

Wir teilen sehr ungern vor allem mit unserer Zwillingsschwester

Wir haben dieses Jahr etwa 10 Infekte durch gemacht von denen 80% Pumbaa hatte 😦

Zusammen haben wir schon 7 Zähne, die nächsten sind gerade im Anmarsch ;D

Am Abend brauchen wir unbedingt noch eine Flasche Milch

Seit wir die neuen Autositze haben fahren wir viel lieber Auto

Wenn sich die Haustüre schließt beginnt das Heulkonzert , auch wenn vorher nur ein Vertreter vor der Tür stand.

Wir sind schon richtige Skype-experten, denn wir skypen regelmäßig mit Uroma und Uropa

monolinchen blumenNicht nur meine Kinder haben viel in diesem Jahr gelernt auch ich musste dieses Jahr viel über mich selber lernen…mehr als in den ganzen Jahren zuvor. Was das alles ist?

Das erfahrt ihr in meinem nächsten Blogpost ;D

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Bericht: Und plötzlich ging alles viel schneller ..

GEBURT – FRÜHCHEN/INTENSIVSTATION – NEUGEBORENENSTATION

Aufgrund der äußerst seltenen Zwillinge monochorial-monoamniote und des hohen Risikos müssen die Kinder zwischen SSW 31 bis SSW 33 zur Welt kommen. Mir ging es Super ich hatte kaum beschwerden und musste trotzdem nach dem Kontollbesuch bei der Feindiagnose in SSW 32 sofort in die Klinik. Dort verbrachte ich dann die letzte Woche auf Station mit Beobachtung am CTG und wartete die Zeit ab bis es endlich soweit war. Die Ärzte wollten veruschen bis zur 34+0 zu warten ..den jede Woche zählt! In der Klinik habe ich viel gehäckelt um mir die Zeit zu vertreiben und mich auf meine Mäuse zu freuen.

Die Geburt SSW 34+0  Geplanter Kaiserschnitt   02.06.2014

Zitternd vor Aufregung liege ich da. Auf dieser kühlen Liege und warte darauf bis es los geht.

Die Beine warm und betäubt. Ich schaue in A. Gesicht. Er streichelt mir über das Gesicht. Der Anestesist zur rechten sagt:“9 Uhr 2 -Schnitt“ -So Frau D., dass war der Schnitt, jetzt hätten sie schreien müssen – also wirkt die Narkose. Und tatsächlich, ich war überrascht und sagte nur zu A.- „es tut gar nicht weh!“ Nach etwas geruckel an meinem Bauch und den Sauggeräuschen die man vom Zahnarzt kennt, hörte ich einen Schrei!(9:06Uhr Pumbaa ist geboren).

A. atmet tief ein , grinst mich an und sofort laufen ihm die Tränen. Der Anästhesist sagt mit seiner sehr tiefen aber beruhigenden Stimme:“ Schauen sie nach oben.“ Wir erheben unseren Blick und über die mintgrüne Abdeckung schreit uns ein winziges etwas grimmig schauendes Kind mit großen Augen an. Und so schnell wie sie auftauchte , so schnell verschwand sie dann auch und wurde von den Kinderärzten erst-versorgt und untersucht. Eine Minute später – es kam mir jedoch viel länger vor, erblickte auch Timon das Licht der Welt. Ganz still und Regungslos hing sie in den Händen der Ärztin. Nun schießen auch mir die Tränen in die Augen und das Adrenalin ins Blut. Ich schaue A. an und sag nur noch..“die sind so schön, A. die sind so schön!“ Er lächelt und küsst meine Stirn.

TAG 1-2 03.-04..06.2014

Intensivstation Kinderklinik

Pumbaa die größere (1955g) liegt im Froschzimmer in einem Brutkasten. Sie ist schön sauber und hat viele dunkel braune Haare auf dem Kopf. In einem aus einem Handtuch und Tüchern geformten Nestchen schläft sie. Ihre Hände und Füße wirken im Vergleich zum Körper sehr groß.

woche 1 (5)

An den Anblick muss man sich ein wenig gewöhnen. Die vielen Kabel und Schläuche sind angstauslösend , vor allem wenn man nicht weiß was das alles ist. Timon und Pumbaa haben eine Atemhilfe, liegen auf einer Rüttelplatte( auch um die Atmung zu unterstützen), haben eine Magensonde und Herztönen und Sauerstoffsättigungs- Überwachung. Timon tut sich mit der Situation leichter, sie wehrt sich nicht so doll gegegn die Schläuche und akzeptiert sie mehr. Durch die leichtere Anpassung ,übt sie das Atmen besser und hat schneller einen Erfolg.

Pumba passt das alles nicht, sie zieht gezielt die Schläuche aus der Nase so dass ihre Betreuer oft alles neu legen müssen, was Pumbaa genauso ärgert.

TAG 3 05.06.2014

Endlich, heute durfte ich Duschen. Ich fühle mich frisch und mit mehr Energie. Trotz Schmerzen will ich unbedingt zu den Mädels. Der Rollstuhl ist mein größter Begleiter. In der Schläuse beim Hände waschen und desinfizieren, schaue ich in den Spiegel und sage zu A., „ Heute habe ich mich für die beiden schick gemacht, vielleicht öffnen sie ja ihre Augen um mich mal anzuschauen.“Und tatsächlich, haben es beide gemacht. Mühevoll und nur sehr kurz… Heute durfte Timon auch ins Froschzimmer umziehen und die Schwestern haben sich wieder:-) Auch für uns Eltern war das super ..nicht immer dieses hin und her laufen ..alle vier zusammen ❤

Kaum umgezogen zeigt Timon ihrer Schwestern dass sie auch anders kann. Sie schnappt sich die Atemhilfe und zieht diese mit voller kraft aus der Nase-das Geschrei beginnt! Das war er Timons erster Schrei! (Zumindest der erste den Wir gehört haben)

A. und ich sitzen neben den Kästen , jeder hält seine Hand im Kasten auf den Rücken oder Bauch eines Kindes während es schläft. Ich habe zwei kleine Tücher bekommen um diese an meinem Körper zu tragen, damit diese den Mama-Geruch haben. Diese Tücher haben die Mäuse während ihrer Zeit im Brutkasten begleitet.

woche2 (13)

TAG 4-5 06.-07.06.2014

Heute war ein toller Tag, Timon war so stabil, dass sie zum ersten Mal kuscheln kommen durfte.(Kängurun) Zuerst lag sie auf mir – Haut auf Haut, danach auf Papas Brust. Sie war sehr ruhig und entspannt. Wahrscheinlich hat sie es genauso genossen wie wir. Ich war erstaunt wie gut sie ihren Kopf schon hebt. Ständig war sie auch auf der Suche nach etwas zum festhalten, bis sie meinen BH-Träger in die Finger bekam und sich daran festklammerte. woche2 (3)

Auch Pumbaa macht fortschritte. Heute wurde ihr Inkubator entfernt und siehe da auch sie kann selbstständig Atmen. Durch den Schlauch ist sie nun sehr verschleimt, etwas heiser und das Atmen fällt ihr zwar noch schwer, aber wenn sie fleißig übt, kann auch sie schon bald zum kuscheln kommen 🙂

Nahrungsaufnahme Timon 13ml 7x in 24h Pumbaa 13ml 6x in 24h 

Heute Abend durfte Pumbaa schon ohne Atemhilfe kuscheln kommen, leider fiel ihr das Atmen so schwer, dass die Betreuerin beschlossen hatte ihr auf meiner Brust die Atemhilfe wieder dran zu machen. Ein langer schlauch der durch die Nase geführt wird. Pumbaa fand das gar nicht toll und schrie ohne aufzuhören. “Mein Herz weinte“ Auch den Schnuller wollte sie nicht. – Zur Beruhigung bekam sie von den Betreuern daher eine “Belohnung“, eine Art Wattestäbchen XXL mit süßem Wasser. Sofort war sie still und nuckelte an dem Stäbchen während sie eine Stunde auf meiner Brust lag. 

TAG 6 08.06.2014

Timon liegt heute unter Blaulicht, da ihre Gelbsucht-werte gestiegen sind. Die Augen sindn verbunden, es fällt mir schwer sie so zu sehen 😦  Pumba übt wieder das Atmen und es klappt immer besser. Sie darf heute mit Papa kuscheln und drückt sich dabei mit den Händen und Füßen nach oben. So klettert sie immer höher bis zu seinem Gesicht.  Wo nimmt sie bloß die Kraft her?“

TAG 7 09.06.2014

Pumbaa wurde heute zum ersten Mal an die Brust angelegt. Sie ist interessiert und strengt sich an. Es ist sehr anstrengend für sie, daher wird sie schnell müde und schläft ein. Woche 1: „Wenn es so weiter geht dürfen wir bald auf die Neugeborenen -station umziehen“

Woche 2 10.06-16.06.14

Timon hats geschafft, raus aus dem Kasten- ab in ein Wärmebett. Nun nicht mehr nackig nur mit Windel sondern komplett angezogen mit Body, Strampler, Mütze, Söckchen liegt sie in einem gläsernen Bett mit zwei dicken Decken , welches von unten auf Körpertemperatur beheizt wird (36-37°C).

Kurz darauf durfte Pumbaa auch zu ihr umziehen und somit waren die beiden wieder zusammen.

Auch Timon trinkt schon etwas aus der Brust, sie hat eigentlich einen guten Zug, ist jedoch ziemlich faul. Wenn sie keine Lust mehr hat weil es ihr zu anstrengend ist, öffnet sie einfach den Mund wie ein kleiner Vogel und wartet bis etwas rein läuft. Am 11.06. durfte auch Pumbaa endlich aus dem Kasten. Ihre letzte Infusion die über den Kopf gelegt wurde (Sieht schlimmer aus als es ist) läuft. Timon war als erstes wach. Wir haben sie gewickelt und anschließend habe ich sie gestillt. Weil sie ihre Menge nicht schafft kommt sie immer den Rest über die Sonde. Während ich Timon gestillt habe (mehr oder weniger) wurde auch Pumbaa wach und zeigte mit einem lauten Geschrei, dass sie Hunger hat. Als ich Pumbaa angelegt habe hat sie losgelegt kräftig zu trinken.

Nahrung – beide je 45ml 6x in 24h

Woche 3+4 17.06.-30.06.14

Gewicht: Pumbaa – 2140g Timon– 1940g

Woche 5 (32)

Papa und Mama haben euch gebadet. Das warme Wasser findet ihr beide ganz toll, ihr seit ganz ruhig und entspannt und plantscht mit den Beinen. Auch das Eincremen findet ihr toll nur das anziehen nervt.

Mit dem stillen klappt es immer besser 30-35g schafft ihr beide schon, mit der Flasche schafft ihr sogar eure gesamte Menge die stetig gewachsen ist und nun bei 60ml liegt. Mama ist so stolz auf euch und auch total Glücklich darüber dass ich so viel Milch habe um euch beide zu stillen. Da lohnt sich das mühevolle Abpumpen doch (Ps. Das Geräusch erinnerte uns immer an :How i met your mother „KAK-PUH“)

Pumbaa hat immer wieder nach dem Essen/sondieren/stillen Sauerstoffabfälle (unter 90) und löst ständig den Alarm aus. Um sie ein wenig zu unterstützen bekam sie eine „O2-Brille“ Diese strömt etwas Sauerstoff durch ihre Nase um den Sauerstoffgehalt im Körper zu halten. Immer wieder wurde reduziert oder ganz abgestellt. Leider aber auch immer wieder angestellt und erhöht. Der Arzt meint beim Röntgen der Lunge war alles ok und es ist wohl noch die Unreife die sie einfach aufholen muss …

und dafür braucht sie Zeit. Dafür wurde bei ihr schon die Magensonde gezogen und Pumbaa wird nur noch über Brust und Flasche ernährt! SUPER:-)

Timon entwickelt sich super, Ihre Werte sind immer stabil und auch das Stillen klappt immer besser. Sie muss eigentlich nur noch zunehmen um das min. Gewicht von 2300g zu haben. Wir haben nun alles für euch Mäuse vorbereitet. Das Bett steht, die Wickelkommode ist aufgebaut, die Kleider sortiert und gewaschen…wir warten auf euch 🙂 Auch Timon wurde nun die Sonde gezogen, beide dürfen nun Essen wie viel sie wollen und wann sie sich melden. Damit wollen die Ärzte überprüfen ob sie ihre Tagesmenge alleine zusammen kriegen. Seit dem die Sonden weg sind, trinken beide super an der Brust ich kann sie voll Stillen. 60-70ml. Am 29.06.14 ist bei Timon die Sauerstoffsättigung nach unten gegangen. Weil es immer wieder vorkam haben die Schwestern entschieden ihr nun auch eine O2 Brille aufzusetzen. „Geteiltes Leid ist halbes Leid :-)“