Mamageschichte: “ Doch damals hätte ich mir mehr Details gewünscht.“

photoart_05232015221713Nach einer Ewigkeit melde ich mich zurück und natürlich nicht mit leeren Händen. Ich möchte euch jemanden vorstellen den ich selbst vor kurzem entdeckt habe

Die liebe Alexandra ist auch eine Zwillingsmama und bloggt. Das besondere an ihrem Blog ist, dass sie Tipps und Tricks für den Alltag mit Zwillingen festhält und veröffentlicht; wenn ihr mich fragt genau so etwas habe ich damals vergeblich gesucht! Mehr über Alexandra und wie sie zu dieser genialen Idee kam erfährt ihr im Interview ;D

Erzähl etwas über dich, wer bist du? Wie war dein Leben vor den Zwillingen?

Ich bin 32 und lebe mit meinem Mann und unserem Zwillingspärchen in der Region Zürich. Vor 10 Monaten kamen unsere Kinder zur Welt und veränderten mein Leben total. Davor war ich Project Manager in einer IT-Firma und hab in meiner Freizeit leidenschaftlich gerne fotografiert. Die Fotografie ist geblieben – Allerdings habe ich nun nur noch 2 Sujets. Aber die werden nie langweilig 😉

Sie bekommen Zwillinge! Was ging dir durch den Kopf? Welche Freuden? Welche Ängste?

Ehrlicherweise war ich nicht sehr überrascht –

Wir haben viele Zwillinge in der Familie und als Teenager haben wir spaßeshalber geraten, wer aus unserer Generation einmal Zwillinge haben würde 😉

Wir freuten uns beide sehr über die Nachricht, dass es Zwillinge sein würden. Mein Mann sagte gleich, er habe sich ohnehin schon immer zwei Kinder gewünscht. Ich selbst war überwältigt – Zwei kleine Lebewesen auf einmal! Das Leben ist manchmal unglaublich großzügig. Ich konnte kaum glauben, dass ich das erleben darf

Rasch kamen dann die typischen Fragen auf. Müssen wir umziehen? Brauchen wir ein größeres Auto? Wann werde ich wieder arbeiten können und zu wie viel Prozent? Aber auch ganz praktische Fragen wie: Wie kann ich zwei Babys trösten wenn sie gleichzeitig weinen? Wie soll ich beide tragen? Wie sollen beide gleichzeitig satt werden?

Wie hast du dich auf die Kinder vorbereitet? (Bücher, Austausch, Internet…???)

Ich hab in der Tat viel gelesen. Ich hab mir drei Zwillingsbücher gekauft, hab laufend Zwillingsthemen gegoogelt, war in Zwillingsforen unterwegs und hab einem Informationsabend eines Zwillingsklubs teilgenommen. Ich wollte wissen, wie der Alltag mit Zwillingen zu meistern ist und war daher auf der Suche nach Praxistipps. Aber irgendwie fand ich nicht wonach ich suchte.  Meist fand ich Mutmachendes wie “Ihr macht das schon” oder “Ihr werdet für alles eine Lösung finden” oder einzelne Sätze in denen ein Tipp kurz und knapp stand und sich mir trotzdem viele Fragezeichen stellten. Heute als Zwillingsmami verstehe ich das, es geht nämlich tatsächlich immer irgendwie – Doch damals hätte ich mir mehr Details gewünscht.

Was hat dich motiviert diesen genialen Blog zu machen?

Ich will werdenden Zwillingsmüttern die Angst nehmen & Mut machen – Und das mit dem was ich in der Schwangerschaft vergeblich gesucht habe. Kurze knappe Beispiele wie Situationen gemeistert werden können. Da sich die Kleinen sehr rasch weiterentwickeln, schreibe ich mir auch Kleinigkeiten auf, denn das alles ist rasch vergessen.

Da jede Familie andere Lösungen hat, hoffe ich dass die Leser in den Kommentaren von ihren eigenen Erfahrungen berichten. Meine Tipps sind nur eine von vielen Möglichkeiten und keinesfalls die einzig Richtige.

Wie kam es zu dem Namen doubelyblessedblog? Steckt da eine Story dahinter?

Wir haben eine Glückwunschkarte mit dem Titel „doublyblessed“ erhalten – Als ich sie zum ersten Mal sah, wurde mir bewusst, dass ich mich genauso fühlte

Screenshot (15)

Woher nimmst du deine Ideen für die Tipps?

 Die Ideen kommen aus den verschiedensten Quellen. Einige kommen aus den gelesenen Büchern, manche kommen aus Foren, andere ergeben sich im Alltag von alleine. Die meisten kommen jedoch vom lebendigen Austausch mit anderen Müttern. Ich suche immer Kontakt zu Zwillingsmüttern, aber auch Einlingsmütter haben viele Tricks, die doppelt wertvoll sind, wenn man Zwillinge hat 😉

Was ist deiner Meinung nach das Schönste und das Schwerste im Leben mit Zwillingen?

Das Schönste finde ich die vielen ersten Male, die die beiden zusammen erleben. Wenn sie das erste Mal Händchen halten, wenn sie sich zum ersten Mal ansehen, das erste gemeinsame Kichern, das erste gemeinsame Spiel. Ich freue mich auf die vielen ersten Male, die uns noch bevorstehen.

Das Schwierigste finde ich beiden möglichst immer gerecht zu werden. Da sie sehr unterschiedlich sind, haben sie auch sehr unterschiedliche Bedürfnisse. In ähnlichen Situationen wäre die gleiche Reaktion meinerseits für den einen vielleicht zu viel, für den anderen jedoch zu wenig.

Dein Tipp für werdende Zwillingseltern:

Sucht Kontakt zu Zwillingseltern, deren Kinder gleichalt sind. Dieser Austausch war für mich unbezahlbar! Man lernt viel voneinander und niemand sonst versteht einem so gut – Vor allem in den ersten Monaten 😉

Herzlichen Dank liebe Alexandra für dieses Interview und der Erlaubnis es hier auf meinem Blog  zu veröffentlichen…

Und wenn ihr jetzt neugierig geworden seit, dann schaut mal auf ihrem Blog vorbei : doubelyblessedblog

Pumbaa: Ich liebe dich von ganzem Herzen

   Endlich ist es soweit..Jetzt habe ich schon etwas über einen Monat diesen Blog und habe immernoch nicht geschafft etwas über das wertvollste in meinem Leben zu schreiben..meine Mädels Timon und Pumbaa

Wie es sich „gehört“, fange ich mit meiner älteren an. Obwohl man bei einem Unterschied von einer Minute vielleicht nicht über älter sprechen kann aber ..Eyyy..1 Minute ist 1 Minute und irgendwann wird diese Minute sehr einflussreich sein, zum Beispiel wenn die Mädels sich streiten ..wird sich Pumbaa stolz hinstellen den Finger heben und sagen: „Timon ich bin immernoch eine Minute älter als du, also musst du auf mich hören!“ so oder so ähnlich stelle ich mir dass vor und gebe zu einbisschen schmunzeln muss ich dabei auch. Wer weis vielleicht kommt es ja mal zu dieser Situation ..dann werde ich aber aufjedenfall darüber berichten:D

Um 9:06 Uhr schauten mich über die grüne OP-Abdeckplane diese kleinen runden Augen meines aller ersten Kindes an. Es kommt mir manchmal vor wie gestern..ich weis noch genau wie ich mich gefühlt habe und könnte ich es in Worte fassen, würde ich dass wircklich zu gern machen. Jeder der schon einmal die Geburt eines Kindes erlebt hat, weis wovon ich spreche. Kurz nach dem Schnitt hielt die Ärztin Pumbaa schreiend in einer Hand nach oben ..zwischen den Fingern der Ärztin streckte Pumbaa ihre Ärmchen und Beinchen raus und zappelten. Sie war so klein und doch so schön! Trotz der fehlenden 7 Wochen Entwicklung war sie vollkommen. Sie hatte Ohren, Zehen, Haare, Nägel alles war da und ich war einfach nur glücklich und erleichtert. Weil ich schon während der Schwangerschaft wusste, dass die beiden früher geholt werden müssen (mono-mono Zwillinge) hatte ich immer etwas Angst vor dem Moment der Stille, wenn ich auf ein schreiendes Baby warte. Mehrmals hatte ich mir diese Szene im Kopf durchgespielt um mich etwas auf diese Situation vorzubereiten und nachher nicht panisch zu werden. Umso schöner war es als Pumbaa mir lautstark ins Gesicht brüllte. Dieses Schreien war das schönste Geräusch. Ich glaube das der erste Schrei des Kindes ein ganz besonderer ist und im nachhinein betrachtet der einzige bleibt, denn Eltern toll finden. Später heist es dann nur noch „Boah warum schreit sie den schon wieder, weist du was sie hat?, ohh ich kann es nicht mehr hören …“

mono2Pumbaa war lange Zeit unser kleines Sorgenkindchen. Zwar war sie mit 1950g die größere und schwerere, doch leider hatte sie im Krankenhaus immer wieder Sauerstoffabfälle. Kaum war es ein Tag gut, ging es am nächsten wieder von vorne los. Gegen Ende wurde sie sogar mit zusätzlichen Sauerstoff über eine O2-Brille versorgt. Die Ärzte haben versucht den O2 immer wieder zu reduzieren und trotzdem immer dieses läuten. Das ist auch ein Geräusch, leider ein nicht ganz so schönes und eines, dass ich vermutlich nie vergessen werde. Sobald der Wert unter 90 ging fing das Klingeln an und eine Krankenschwester kam ins Zimmer. Oft regulierte es sich von selbst aber hin und wieder mussten sie Pumbaa auch unterstützen. Vielleicht könnt ihr euch vorstellen wie es ist sein Kind alleine im Krankenhaus zu lassen und obwohl man weis es sind nette und engangierte Mitarbeiter dort, hat man trotzdem irgendwo im Hinterköpfchen diesen fießen Gedanken: „Was ist wenn sie gerade nicht können ..bei einem anderen Kind sind das Hilfe braucht , was ist wenn sie schreit und keiner kommt, oder keine Luft bekommt“..das ist ein schrecklicher Gedanke und ein schlimmes Gefühl. In dieser schweren Zeit unserer ersten Zeit nicht voll und ganz  für sie da sein zu können fiel mir am schwersten.

Bis auf die O2 Abfälle hatte Pumbaa sich super entwickelt. Sie hat sehr gut gegessen und durfte daher als erste von der Magensonde weg. Nach sechs Wochen Kinderklinik, drei Stationswechsel (Intensiv, Negeborenen und Kinder 0-3)durften wir endlich zusammen nach Hause gehen und uns endlich richtig kennen lernen. mono

Pumbaa war ein sehr entspantes Baby. Wenn sie satt und trocken war, reichte dass meist schon aus um zufrieden zu sein. Mitlerweile hat sie natürlich mehr Ansprüche und fordert diese ganz gezielt. Aus diesem kleinen sehr hilflosen Wesen ist ein ziemlicher Sturkopf geworden. Der ganz genau weis was er möchte …und doch lass bloss irgendwas sein , das ihrem Ziel im Wege steht; dann streckt sie Arme und Beine aus hebt diese in die Luft und zappelt wie wild während sie beleidigt und meckernd den Kopf hängen lässt. Eine richtige kleine Persönlichkeit ist sie geworden. Sie wirkt immer sehr nachdenklich, sogar ein wenig misstrauisch…besonders bei Fremden. Im Gegensatz zu ihrer Schwester zögert sie lange bevor sie jemanden anlächelt und beobachtet erst sehr viel. Manchmal sage ich auch ..sie ist so misstrauisch weil sie auf ihre Schwester mit aufpasst 🙂

Seit dem Sie mit etwa 3 Monaten gelernt hat richtig zu beobachten und dingen zu folgen war das Ihre Lieblingsbeschäftigung. Ein einfaches buntes Holzmobile dass hin und wieder klapperte war ihr liebstes Spielzeug. Gefühle Stunden konnte sie da liegen und es betrachteten. Auch heute beobachtet sie noch gerne wie Timon spielt oder ich in der Küche die Spülmaschine einräume. Wenn sie etwas Neues bekommt betrachtet sie es erst von allen Seiten, dreht es in der Hand von einer zur anderen Seite und vor allem die kleinen unscheinbaren Details findet sie am interessantesten. Manchmal befühlt sie die Gegenstände um sich herum indem sie die Dinge mit der flachen Hand abklopft..auch ihre Eltern und ihre Schwester wird hin und wieder abgeklopft 😀mono3

Je älter sie wird umso deutlicher merke ich wie verschmust sie ist. Sobald sie müde wird, verkriecht sie sich am liebsten mit ihrer Nase ganz nah an Mama. Sie liebt es wenn man ihr ganz leicht über das Gesicht streichelt oder sie am Bauch massiert. Auch ein leichtes pusten über ihre Haare findet sie sehr angenehm und entspannend. Ich nenne sie manchmal auch „mein Mamakind“ ..wenn sie traurig oder müde ist jammert sie und ruft Me..Me ..mittlerweile kommt auch immer öfters ein Ma..Maa 😀 Wenn sie mich sieht, streckt sie sich und auch manchmal ihre Arme in meine Richtung mit einem tiefen Blick in die Augen kann man auch ohne Ihre „Sprache“ sprechen zu können verstehen, was sie möchte – einfach nur von Mama getröstet und geliebt zu werden ❤ 20141017_163153Besonders süss ist sie wenn sie lacht und dieses Lächeln muss man sich bei ihr erstmal verdienen. Aber es lohnt sich ..beim Lächeln zieht sie die Nase nach oben ..wie ein kleines Igelchen …“ich könnte sie fressen“….soooo süss ist sie da! Nach Erzählungen meiner Mama habe ich als Baby wohl auch so gelächelt ..ich sag doch ..“mein Mamakind“ 😀

Ich bin so stolz auf sie..auf alles was sie geleistet hat, was sie gelernt hat..auf die Wege die sie mit ihren wenigen Monaten schon gehen musste. Wie tapfer sie war und freue mich darauf noch viele Momente mit ihr zu erleben.

Ich liebe dich von ganzem Herzen und bin so froh deine Mama sein zu dürfen

Zur Erinnerung, in Liebe… deine Mama